Crowdsourcing für bessere Alternativen im Nahverkehr?

Werkstätten-Tag ist bei mir auch immer Busfahr-Tag. D.h. mir wird zu diesen seltenen Ereignissen auch einmal die Ehre zu Teil, den burgenländischen öffentlichen Nahverkehr zu testen.

Eine Odyssee

Besonders am „Land“ ist es ja nicht gerade leicht reibungslos von A nach B zu kommen – schon gar nicht zu den gewünschten Zeiten. Aber ich möchte jetzt auch nicht näher darauf eingehen da sich um dieses Thema ja schon ganze Bände an Sagen, Legenden und auch Gruselgeschichten ranken.

Meine Erfahrungen zu dieser Thematik variieren dabei von einem Extrem in das Andere. Einmal wurde ich in einen übervollen Bus mit Schülern gestopft, einmal blieb er gleich gar nicht stehen (zu voll und ich musste den 1 Stunde später nehmen) und heute … ja heute war ich beinahe über die gesamte Strecke (Steinbrunn – Eisenstadt) in einem komplett leeren Fahrzeug unterwegs (nur über zwei Stationen fuhr noch jemand mit).

Ich möchte mich ja auch gar nicht beschweren und bin mir sicher, dass sich zu dem Thema „vernünftige Nutzung je Austlastung“ schon einige kluge Menschen/Firmen den Kopf dazu zerbrochen haben – dennoch ist der derzeitige Status nicht nur servicetechnisch relativ kundenunfreundlich sondern auch schwer ineffizient und in keinster Weise ressourcenschonend. Fahrpläne/Fahrzeuge werden starr organisiert und gehen nur sehr unflexibel auf die jeweiligen Auslastungen ein, da man ja die Abdeckung am Leben erhalten will. „Fakt!“ würde jetzt eine meiner liebsten Satire-Seiten auf Facebook schreiben.

Sicher nicht die Zukunft

Ich weiß, ich weiß … in naher Zukunft haben wir vermutlich selbstfahrende Autos/Taxis und Car-Sharing Konzepte die dem öffentlichen Verkehr nach und nach das Wasser abgraben und ihn über kurz oder lang sogar obsolet machen werden. Soll es 10-15 Jahre dauern (in Österreich vermutlich eher 15-20) oder länger … ABER … wir leben noch immer im hier und jetzt und eine Verbesserung wäre nur wünschenswert.

Da vermutlich mehr/größere Fahrzeuge bei mehr Auslastung und weniger/kleinere Fahrzeuge bei weniger Auslastung sicher schon einmal auf der Agenda standen und dynamischere Fahrpläne vermutlich ein Chaos bei Kunden auslösen würde – bleibt die Frage: Was tun?

Crowdsourcing als Chance?

Wo vielleicht einige wenige Köpfe keine innovativen Lösungen finden konnten – schafft es vielleicht „Die Weisheit der Vielen“? Crowdsourcing lautet das Stichwort mit dem die ÖBB an möglichen zukünftigen Lösungen forschen und damit einen modernen Unternehmensgeist verkörpern könnte. Auch wenn nicht die perfekte Lösung dabei sein sollte – vielleicht ergeben sich die ein oder anderen Service verbessern.

Wäre das nicht mal einen Versuch wert?

Foto: CC-BY-SA 4.0 – Linie29 / wikipedia.org